Projektmanagement
Aufgrund ihrer abstrakten Natur habe ich diese Punkte bewusst aus der Tool-Übersicht ausgeklammert – dennoch verdienen sie besondere Aufmerksamkeit.
Sie sind implizit in jedem Projekt vorhanden, werden jedoch selten explizit thematisiert.
Gerne unterstütze ich auch in diesen Bereichen.
Gerade zu Beginn – oder noch vor dem offiziellen Start – eines Projekts sollte es zum Einmaleins gehören, alles zu hinterfragen:
Was gut ist, darf gerne gut bleiben.
Was bequem ist, ist nicht immer gut.
Und: Die Besten sind nicht immer bequem – aber mit ihnen wird es oft besser als gut.

Workshop
Ich setze dieses Format sehr gerne ein – zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt, kann es enormes Momentum erzeugen.
Gerade zu Beginn eines Projekts sollte jede*r die Möglichkeit haben, Ideen einzubringen und gemeinsam zu diskutieren.
So entsteht nicht nur echter Mehrwert für das Produkt – noch wichtiger ist: Niemand sollte im Nachhinein das Gefühl haben, ein anderer Weg wäre besser gewesen.
Durch den gemeinsamen Workshop committen sich alle Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel und legen die erste Richtung fest.
Ein von Anfang an einheitliches Wording fördert zusätzlich den effizienten Austausch. Denn: Nur wenn alle dasselbe Bild vor Augen haben und dieselbe Sprache sprechen, kann Zusammenarbeit wirklich gut funktionieren.

Kalkulation
Was wird das Projekt kosten? Wann wird es sich amortisieren? Einfache Fragen – mit oft überraschend komplexen Antworten.
Die einen betrachten Kalkulationen als exakte Wissenschaft, andere würfeln sich ihre Zahlen zurecht. Beides hat seinen wahren Kern: Es müssen Annahmen getroffen werden – und auf deren Basis wird geschätzt. Vernünftige Annahmen zu formulieren und eine belastbare Methodik anzuwenden, erfordert Erfahrung und Sachverstand.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie nah unabhängige Teams mit ihren Schätzungen beieinanderliegen können.
Zu erkennen, was überhaupt geschätzt werden muss, und diese Gesamtheit in eine übersichtliche Darstellung zu überführen – das ist der wissenschaftliche Anteil.
Zuerst muss die Messlatte überhaupt aufgehängt werden, bevor man erkennen kann, wie weit man davon entfernt ist.
Und selbstverständlich wird sie angepasst – nachdem die ersten Sprünge gewagt wurden.

Metaanalyse
„Meta“ ist ein überlagerter Begriff – und genau das macht ihn so spannend. Ich mag solche Begriffe sehr.
Er steht für Veränderung, Überordnung – und in der Videospielszene als Kürzel für: Most Efficient Tactics Available.
Wenn ich in einer Analyse alle verfügbaren Informationen aufnehme, sie – wo möglich – in einen neuen Kontext setze
und auch frühere Analysen mit einbeziehe, spreche ich von einer Metaanalyse. Sie ist ein besonders wirksames Mittel zur Informationsgewinnung.
Denn: Gute Analysen führen zu guten Informationen. Und gute Informationen sind die Grundlage für gute Entscheidungen.

Datenaggregat
Redundante Informationen, inkonsistente Datensätze, Variantenvielfalt …
Immer wieder entstehen Situationen, in denen inkompatible Datenquellen miteinander abgeglichen werden müssen – sei es zur Informationsgewinnung oder zur Datenbereinigung.
Das Zusammenführen großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen zu einem konsistenten Gesamtdatenbestand ist eine Aufgabe, bei der ich oft gehört habe: „Das geht nicht.“
Doch – es geht!
Vielleicht lohnt sich der Aufwand nicht in jedem Fall. Vielleicht braucht es spezialisierte oder modernere Tools.
Aber: Dass es grundsätzlich nicht möglich ist, ist selten wahr. Ein Unternehmen ist nichts ohne seine Daten – entsprechend hoch sollte eine gute Datenqualität geschätzt werden.
Redundanzen und Inkonsistenzen können schnell zur Kostenfalle werden, wenn Zeit, Ressourcen und Entscheidungen auf mangelhaften Daten basieren.
Je später die Bereinigung erfolgt, desto teurer wird sie.

Konzept
Ein Konzept ist für mich: eine hinreichend gute Projektbeschreibung, mit der verschiedene Teams zu einem vergleichbaren Ergebnis gelangen. Es dient als Nachschlagewerk – und muss deshalb das ursprüngliche Bedürfnis, die daraus abgeleiteten Anforderungen sowie die möglichen Lösungsansätze klar dokumentieren.
Auch alle Annahmen – sei es im Rahmen der Kalkulation oder als Teil der Lösungsfindung – gehören in dieses Dokument.
Das gesprochene Wort in eine schriftlich verständliche Form zu überführen, ist echte Arbeit. Sie erfordert breites Verständnis für alle beteiligten Themen.
Eine viel diskutierte Skizze hilft jenen nicht weiter, die bei der Diskussion nicht dabei waren – sie muss beschrieben oder um die besprochenen Details ergänzt werden.
Implizite Anforderungen, die selten explizit formuliert werden, sind dennoch essenziell – und gehören ebenfalls ins Konzept.
Ein gut ausgearbeitetes Konzept ist wie ein Abdruck des späteren Produkts: Man erkennt es immer wieder darin.
Bis zur finalen Freigabe des Konzepts ist oft bereits ein erheblicher Teil der inhaltlichen Arbeit geleistet.
Im Idealfall ist die Umsetzung danach reines Handwerk.
Ergänzt um konkrete Lösungen und Testergebnisse wird das Konzept am Ende zu einer wertvollen Projektdokumentation.

Problemlösung
Ein Freund nennt mich gerne eine „allgemeine Problemlösemaschine“. Ich denke, bei der Lösung von Problemen kommen mehrere Dinge zusammen.
Zuerst: das richtige Mindset.
Zum Beispiel: „Wenn du es dir vorstellen kannst, kannst du es auch bauen.“ Man muss bereit sein, Fehler zu machen – und konstruktiv mit ihnen umzugehen.
Dann: die Perspektive.
Nicht jede*r kann jede Perspektive einnehmen.
Genauer gesagt: Ich glaube, die meisten Menschen nehmen nur sehr wenige Blickwinkel bewusst ein – und bleiben dadurch in ihrer Denke begrenzt.
Und schließlich: die Befähigung.
Einen Lösungsweg zu erkennen ist das eine – ihn tatsächlich zu gehen, das andere.
Dazu gehört auch, andere um Hilfe zu bitten. Für viele ist genau das der Punkt, an dem sie stehen bleiben.
Und hier schließt sich der Kreis:
Wer wirklich vorankommen will, braucht das richtige Mindset. Denn Hürden zu überwinden – oder sie gezielt aus dem Weg zu räumen – ist Teil des Weges.
Wer das nicht tut, wird sich auf Dauer mit einem sehr langen Weg abfinden müssen.